Bei der Tröpfchenbewässerung wird Wasser langsam und gezielt an den Boden abgegeben. Statt eine größere Wassermenge auf einmal abzugeben, gelangt das Wasser tröpfchenweise nach und nach in den Wurzelbereich.

Dadurch bekommt der Boden mehr Zeit, das Wasser aufzunehmen, und oberflächlicher Abfluss kann reduziert werden. Gleichzeitig lassen sich Tropfbewässerungen automatisieren und an den Wasserbedarf der Pflanzen anpassen.

Doch wie funktioniert eine Tröpfchenbewässerung genau? Welche Systeme gibt es? Und eignet sie sich auch für größere und ältere Bäume? Mehr Informationen findest du auch im Artikel Wie kann ich Bäume richtig gießen?

    Inhalt

    Was ist Tröpfchenbewässerung?

    Bei einer Tröpfchenbewässerung wird Wasser langsam und über einen längeren Zeitraum an den Boden abgegeben. Klassische Tropfbewässerungssysteme bestehen dabei aus Schläuchen oder Leitungen mit kleinen Tropfern. Das Wasser gelangt dadurch nicht auf einmal, sondern nach und nach in den Boden. 

    Das bietet insbesondere auf trockenen, verdichteten oder geneigten Böden Vorteile. Denn wird eine große Wassermenge zu schnell ausgebracht, wird ein Teil des Wassers oberflächlich abfließen. Bei langsamer Wasserzufuhr bleibt dem Boden mehr Zeit, das Wasser aufzunehmen.

    Für Beete, Hecken, Obstplantagen oder größere Pflanzungen können fest installierte Tropfschläuche deshalb eine sinnvolle Lösung sein.

    Wer dagegen einzelne Bäume bewässern möchte, benötigt nicht unbedingt ein fest installiertes Bewässerungssystem. Bewässerungssäcke nutzen ein ähnliches Grundprinzip der langsamen Wasserabgabe und lassen sich mit wenigen Handgriffen einsetzen.

    Warum ist langsames Gießen bei Bäumen sinnvoll?

    Ein Baum benötigt beim Gießen eine ausreichende Wassermenge. Wenige Liter Wasser befeuchten häufig nur die oberen Zentimeter des Bodens und reichen insbesondere bei größeren Bäumen nicht aus.

    Gleichzeitig sollte eine größere Wassermenge möglichst so ausgebracht werden, dass sie tatsächlich in den Boden versickern kann. Und das ist nicht an jedem Standort selbstverständlich. Besonders verdichtete Stadtböden, ausgetrocknete Böden und Hanglagen können Wasser nur begrenzt oder langsam aufnehmen. Wird hier beispielsweise mit einem Gartenschlauch sehr schnell gegossen, wird ein Teil des Wassers oberflächlich abfließen.

    Eine langsamere Wasserabgabe kann den Oberflächenabfluss reduzieren und ermöglicht dem Wasser, nach und nach in den Boden einzudringen.  Das bedeutet allerdings nicht, dass Gießkanne oder Gartenschlauch grundsätzlich ungeeignet sind. Auch damit lässt sich ein Baum gründlich und langsam bewässern. Ein Bewässerungssack nimmt dir jedoch einen Teil dieser Arbeit ab.

    Wie funktioniert ein Bewässerungssack?

    Das Prinzip eines Bewässerungssacks ist einfach: Der Sack wird um den Stamm eines Baumes gelegt und mit einem Reißverschluss geschlossen. Anschließend wird er über die dafür vorgesehene Öffnung mit Wasser befüllt.

    Kleine Öffnungen auf der Unterseite sorgen nun dafür, dass das Wasser nicht sofort aus dem Sack läuft, sondern über mehrere Stunden langsam an den Boden abgegeben wird.

    Bei einem baumbad Bewässerungssack können so je nach Modell 75 oder 100 Liter Wasser für einen Bewässerungsvorgang bereitgestellt werden.

    Welche Vorteile hat ein Bewässerungssack?

    Der größte Vorteil liegt in der Kombination aus größerer Wassermenge und langsamer Abgabe.

    1. Langsame Wasserabgabe: Das Wasser gelangt über mehrere Stunden nach und nach auf den Boden. Dadurch hat dieser Zeit, die Feuchtigkeit aufzunehmen.

    2. Weniger Zeitaufwand beim Gießen: Statt den Baum über längere Zeit mit einem Schlauch zu bewässern oder zahlreiche Gießkannen zu tragen, wird der Sack einmal befüllt.

    3. Kontrollierbare Wassermenge: Bei einem Gartenschlauch ist ohne Durchflussmesser häufig schwer einzuschätzen, wie viele Liter tatsächlich ausgebracht wurden. Bei einem Bewässerungssack ist die Wassermenge einfacher nachvollziehbar: Ein vollständig gefüllter 75-Liter-Sack enthält entsprechend etwa 75 Liter Wasser.

    4. Keine feste Installation: Anders als bei einer klassischen Tropfbewässerungsanlage müssen keine Schläuche verlegt, Tropfer installiert oder Bewässerungscomputer eingerichtet werden. Der Sack lässt sich deshalb auch an unterschiedlichen Bäumen einsetzen.

    Für welche Bäume eignen sich Bewässerungssäcke?

    Bewässerungssäcke eignen sich besonders gut für frisch gepflanzte und junge Bäume. Nach einer Pflanzung hat ein Baum noch kein weitreichendes Wurzelsystem am neuen Standort entwickelt. Er ist deshalb stärker darauf angewiesen, dass der Boden rund um seinen Pflanzballen ausreichend feucht bleibt. Hier kann der Baumbewässerungssack direkt am Stamm des Baumes angebracht werden.

    Baumbewässerungssäcke eignen sich aber auch für ältere Bäume. Bei älteren Bäumen empfehlen wir allerdings, die Bewässerungssäcke an einem Pfahl im Wurzelbereich des Baumes aufzustellen, weil ältere Bäume ihre Feinwurzeln nicht mehr am Stamm haben. Je nach Größe und Standort des Baumes können auch mehrere Säcke oder andere Bewässerungsmethoden sinnvoll sein.

    Wie viel Wasser passt in einen Bewässerungssack?

    Bewässerungssäcke gibt es mit unterschiedlichen Fassungsvermögen. Die klassischen baumbad Bewässerungssäcke fassen je nach Modell beispielsweise 75 oder 100 Liter Wasser. Wie viel Wasser ein Baum tatsächlich benötigt, lässt sich daraus allerdings nicht automatisch ableiten. Der Wasserbedarf hängt unter anderem ab von:

    • Größe und Alter des Baumes
    • Baumart
    • Bodenart
    • Standort
    • Temperatur
    • Niederschlagsmenge
    • Dauer der Trockenperiode

    Ein Bewässerungssack ist deshalb vor allem ein Werkzeug zur Wasserabgabe. Die benötigte Wassermenge muss weiterhin an den jeweiligen Baum und Standort angepasst werden.

    Wie lange gibt ein Bewässerungssack Wasser ab?

    Ein baumbad Bewässerungssack gibt das eingefüllte Wasser über mehrere Stunden tröpfchenweise an den Boden ab. Die tatsächliche Entleerungszeit kann dabei variieren. Sie hängt beispielsweise vom Modell, der Befüllung und den Bedingungen am Standort ab.

    Kontrolliere den Sack deshalb gelegentlich. Entleert er sich ungewöhnlich schnell oder bleibt das Wasser sehr lange darin stehen, solltest du überprüfen, ob die Austrittsöffnungen frei sind und der Sack korrekt aufgestellt wurde.

    Wie oft sollte ein Bewässerungssack befüllt werden?

    Dafür gibt es keine allgemeingültige Regel. Wie häufig ein Baum gegossen werden sollte, hängt vom Wetter, vom Boden, von der Baumgröße und insbesondere davon ab, ob der Baum frisch gepflanzt oder bereits etabliert ist.

    Grundsätzlich ist es bei Bäumen häufig sinnvoller, größere Wassermengen in größeren Abständen auszubringen, statt jeden Tag nur wenige Liter zu gießen. Dadurch kann der Boden auch in größerer Tiefe durchfeuchtet werden.

    Prüfe deshalb regelmäßig die Bodenfeuchtigkeit und berücksichtige die Niederschläge der vergangenen Tage. Ein Bewässerungssack sollte nicht einfach nach einem starren Zeitplan befüllt werden, wenn der Boden noch ausreichend feucht ist.

    Wo sollte ein Bewässerungssack angebracht werden?

    Bei jungen und frisch gepflanzten Bäumen wird der Bewässerungssack in der Regel direkt um den Stamm gelegt. Dort kann er den Bereich des Pflanzballens und den angrenzenden Boden langsam bewässern.

    Dabei sollte der Stamm für das jeweilige Modell geeignet sein und der Sack entsprechend der Gebrauchsanweisung angebracht werden.

    Bei älteren Bäumen ist eine andere Strategie sinnvoll. Hier befinden sich viele Feinwurzeln weiter vom Stamm entfernt. Soll ein Bewässerungssack auch für einen etablierten Baum verwendet werden, kann er beispielsweise an einem Pflock im durchwurzelten Bodenbereich befestigt werden. Bei größeren Bäumen können mehrere Bewässerungsstellen sinnvoll sein.

    Dadurch lässt sich das Prinzip des Bewässerungssacks nutzen, ohne immer nur denselben kleinen Bereich unmittelbar am Stamm zu bewässern.

    Bewässerungssack oder klassische Tröpfchenbewässerung?

    Beide Systeme geben Wasser langsam an den Boden ab, eignen sich aber für unterschiedliche Situationen.

    Eine klassische Tröpfchenbewässerung mit Schläuchen und Tropfern ist besonders interessant, wenn viele Pflanzen regelmäßig bewässert werden sollen. Sie lässt sich fest installieren und mit einer automatischen Steuerung verbinden. Für einzelne Bäume kann dieser Aufwand unnötig groß sein. 

    Ein Bewässerungssack benötigt dagegen keine feste Installation. Er wird aufgestellt, befüllt und gibt anschließend selbstständig Wasser ab.  Vereinfacht lässt sich deshalb sagen:

    • Viele Bäume, Hecken oder größere Pflanzflächen: Ein festes Tropfbewässerungssystem kann sinnvoll sein.
    • Einzelne junge oder frisch gepflanzte Bäume: Ein Bewässerungssack ist häufig die einfachere Lösung.
    • Große etablierte Bäume: Hier muss insbesondere die Größe des Wurzelraums berücksichtigt werden. Je nach Standort können mehrere Bewässerungsstellen oder andere Systeme geeigneter sein.

    Wenn du noch unsicher bist, welche Methode zu deinem Baum passt, findest du in unserem Ratgeber Bäume gießen im Vergleich: Bewässerungssack, Gießkanne, Gießrand oder Tropfbewässerung? einen ausführlichen Vergleich.

    • Gießlexikon
    • https://baumbad.at/blogs/baumbewaesserungssack/troepfchenbewaesserung-baeume

    • Baumwissen
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    • Stadtbaumwissen
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    • Baumbewässerungssack
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    • Bäume richtig gießen
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    Super Idee, einfache Handhabung und von der Bestellung bis zur Lieferung alles bestens.

    Michael K.

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