Wenn wir einen Baum betrachten, sehen wir Blätter, Äste und den Stamm. Doch ein großer Teil dessen, was einen Baum ausmacht und gesund hält, bleibt verborgen. 
Denn unter der Erde lebt ein komplexes Zusammenspiel aus Wurzeln, Pilzen, Mikroorganismen und Bodenlebewesen. Dieses Zusammenspiel hilft Bäumen dabei, Wasser aufzunehmen, Nährstoffe verfügbar zu machen und besser mit Stresssituationen umzugehen.

Gerade in Zeiten von Hitze und Trockenheit wird deutlich, wie wichtig gesunde Böden für starke Bäume sind. Dazu findest du mehr Informationen in unserem Artikel zu Wasser, Boden und Nährstoffe im Zusammenspiel.

In diesem Artikel schauen wir auf die Welt unter der Oberfläche: auf Mykorrhiza, Mikroorganismen, Regenwürmer und die Frage, warum gesunde Böden für Bäume immer wichtiger werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bäume leben in enger Verbindung mit Pilzen und Mikroorganismen
  • Mykorrhiza-Pilze unterstützen Bäume bei der Wasser- und Nährstoffaufnahme
  • Regenwürmer verbessern Bodenstruktur und Wasserspeicherung
  • Lebendige Böden helfen Bäumen besser durch Trockenperioden
  • Verdichtete und ausgelaugte Böden schwächen das Bodenleben
  • Humus und organisches Material fördern natürliche Kreisläufe im Boden

Was ist Mykorrhiza?

Mykorrhiza beschreibt die Zusammenarbeit zwischen Baumwurzeln und bestimmten Bodenpilzen. Die feinen Pilzfäden verbinden sich mit den Wurzeln des Baumes und bilden ein weit verzweigtes Netzwerk im Boden.

Dadurch vergrößert sich die Fläche, über die Wasser und Nährstoffe aufgenommen werden können um ein Vielfaches. Besonders bei der Aufnahme von Phosphor, Spurenelementen und Wasser spielen Mykorrhiza-Pilze eine wichtige Rolle.

Der Baum gibt den Pilzen im Gegenzug einen Teil der Energie ab, die er durch Photosynthese erzeugt. Beide Partner profitieren also von dieser Zusammenarbeit. Diese Form der Symbiose existiert bei den meisten Baumarten und gehört zu den wichtigsten natürlichen Prozessen im Boden.

Besonders in trockenen Perioden kann Mykorrhiza für Bäume von großem Vorteil sein. Die feinen Pilzfäden erreichen Bodenbereiche, die von den Wurzeln allein oft nicht erschlossen werden können. Dadurch wird die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen verbessert.

Allerdings ist nicht jeder Boden automatisch reich an aktiver Mykorrhiza. Bodenverdichtung, lange Trockenperioden, intensive Bodenbearbeitung oder ein Mangel an organischer Substanz können diese empfindlichen Netzwerke schwächen. Umso wichtiger sind gesunde Böden mit ausreichend Humus und einem aktiven Bodenleben.

Wenn du dich für diese faszinierende Zusammenarbeit interessierst, empfehlen wir die Bücher und Vorträge der kanadischen Wissenschaftlerin Suzanne Simard. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, unser Verständnis der unterirdischen Netzwerke zwischen Bäumen und Pilzen zu erweitern.

Warum Mykorrhiza für Bäume so wichtig ist

Die feinen Pilzfäden reichen deutlich weiter in den Boden hinein als viele Baumwurzeln. Dadurch können sie:

  • Wasser aus kleineren Bodenporen aufnehmen
  • Nährstoffe besser erschließen
  • den Baum bei Trockenheit unterstützen

Besonders in trockenen Sommern wird das wichtig. Bäume mit einem aktiven Bodenleben kommen besser mit Trockenheit zurecht.

Was Mikroorganismen im Boden leisten

Neben Pilzen leben unzählige weitere Organismen im Boden:

  • Bakterien
  • Einzeller
  • kleine Bodenlebewesen
  • Mikroorganismen

Viele davon helfen dabei, organisches Material abzubauen und Nährstoffe für Pflanzen verfügbar zu machen. Ohne dieses Bodenleben könnten viele Stoffe im Boden von Pflanzen kaum genutzt werden. Ein lebendiger Boden ist deshalb ein aktives System, in dem ständig Prozesse ablaufen.

Warum gesunde Böden Wasser besser speichern

Bodenleben und Wasserspeicherung hängen eng zusammen. Wo viel Humus und organisches Material vorhanden sind, kann der Boden Wasser oft deutlich länger halten.

Regenwürmer, Wurzeln und Mikroorganismen lockern den Boden auf und verbessern seine Struktur. Dadurch kann Wasser besser versickern und bleibt länger im Wurzelbereich verfügbar. Das hilft Bäumen besonders in längeren Trockenphasen.

Warum Regenwürmer für Bäume wichtig sind

Regenwürmer gehören zu den wichtigsten Bodenlebewesen überhaupt. Sie lockern den Boden durch ihre Gänge auf und sorgen dafür, dass:

  • Sauerstoff in den Boden gelangt
  • Wasser besser einsickern kann
  • organisches Material verteilt wird
  • Außerdem entsteht durch ihre Arbeit wertvoller Wurmhumus.

Dieser enthält organisches Material, Mikroorganismen und pflanzenverfügbare Nährstoffe. Dadurch verbessert sich langfristig die Bodenstruktur. 

Wenn das Bodenleben geschwächt wird

Heute stehen viele Böden unter Druck. Mögliche Ursachen dafür sind:

  • Verdichtung
  • lange Trockenperioden
  • fehlender Humus
  • versiegelte Flächen
  • intensive Bodenbearbeitung
  • Pestizide oder stark salzhaltige/mineralische Überdüngung
  • fehlende Pflanzenvielfalt
  • nackter, ungeschützter Boden

Dadurch wird das Bodenleben oft geschwächt. Die Folgen:

  • Wasser versickert schlechter
  • Böden trocknen schneller aus
  • Wurzeln wachsen schlechter
  • Bäume geraten schneller unter Stress

Wie sich das Bodenleben unterstützen lässt

Gesunde Böden entstehen meist nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch langfristige Pflege. Hilfreich sind zum Beispiel:

Wurmkompost und lebendige Böden

Hier als Beispiel der Wurmkompost. Dieser bringt nicht nur Nährstoffe in den Boden zurück. Er unterstützt außerdem:

  • Humusaufbau
  • Bodenstruktur
  • Mikroorganismen
  • Wasserspeicherung

Gerade ausgelaugte oder trockene Böden profitieren oft davon. Deshalb wird Wurmkompost inzwischen in vielen Bereichen zur Bodenverbesserung eingesetzt:

  • im Garten
  • im Hochbeet
  • bei Gemüse
  • rund um Bäume

Wer das Bodenleben rund um Bäume gezielt unterstützen möchte, kann Wurmkompost als natürliche Ergänzung einsetzen. Der baumbad Wurmkompostt wurde genau dafür entwickelt: Er bringt organische Substanz, Mikroorganismen und pflanzenverfügbare Nährstoffe zurück in den Boden.

Warum Bodenleben und Bewässerung zusammengehören

Ein lebendiger Boden kann Wasser deutlich besser aufnehmen und speichern als ein ausgelaugter oder verdichteter Boden. Regenwurmgänge, Wurzeln, Humus und Mikroorganismen sorgen dafür, dass Wasser versickern kann und länger im Wurzelbereich verfügbar bleibt.

Fehlt dieses Bodenleben, fließt Regen- oder Gießwasser oft oberflächlich ab oder versickert zu schnell in tiefere Bodenschichten. Die Folge: Trotz Bewässerung steht den Pflanzen weniger Wasser zur Verfügung.

Besonders in trockenen Sommern zeigt sich deshalb, wie eng Boden und Wasser zusammenhängen. Gesunde Böden helfen Bäumen dabei, Trockenperioden besser zu überstehen und Wasser effizienter zu nutzen.

Wenn du tiefer in dieses Thema einsteigen möchtest, empfehlen wir unseren ausführlichen Artikel über das Zusammenspiel von Wasser, Boden und Nährstoffen.

Warum nackter Boden Bäumen schadet

In natürlichen Ökosystemen ist der Boden nur selten ungeschützt. Herabfallende Blätter, abgestorbene Pflanzenreste und eine vielfältige Vegetation bedecken die Oberfläche und schützen den Boden vor Witterungseinflüssen.

Nackter Boden verhält sich dagegen oft anders: Er erwärmt sich im Sommer stärker, verliert mehr Wasser durch Verdunstung und ist anfälliger für Erosion durch Wind und Regen. Gleichzeitig wird weniger organisches Material in den Boden eingetragen, wodurch langfristig Humus und Bodenleben verloren gehen können.

Für viele Bodenorganismen sind diese Bedingungen ungünstig. Mikroorganismen, Pilze und Regenwürmer benötigen Feuchtigkeit und organische Substanz, um aktiv zu bleiben. Trocknet der Boden regelmäßig aus oder wird er stark aufgeheizt, nimmt ihre Aktivität oft ab.

Deshalb profitieren Bäume häufig von einer schützenden Bodendecke. Mulch, Laub oder eine vielfältige Unterpflanzung helfen dabei, Feuchtigkeit im Boden zu halten, Temperaturschwankungen zu reduzieren und das Bodenleben zu fördern. Gleichzeitig wird der natürliche Kreislauf aus organischem Material, Humusaufbau und Nährstoffversorgung unterstützt.

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