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19.08.2026
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Mykorrhiza?
- Wie kann Mykorrhiza einen Jungbaum unterstützen?
- Nicht jeder Boden bietet optimale Bedingungen
- Mykorrhiza allein reicht nicht aus
- Wurmkompost und Mykorrhiza in Kombination
- Braucht jeder neu gepflanzte Baum Mykorrhiza?
- Die richtige Bewässerung nach der Pflanzung
- Mulch schützt Boden und Bodenleben
- Häufige Fehler bei der Pflege von Jungbäumen
Für den Baum bedeutet eine Pflanzung zunächst Stress: Beim Ausgraben in der Baumschule oder beim Umtopfen gehen zahlreiche Feinwurzeln verloren. Gerade diese feinen Wurzeln sind jedoch für die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen verantwortlich. Nach der Pflanzung muss der Baum gleichzeitig mehrere Herausforderungen bewältigen:
- neue Bodenbedingungen
- neue Wasserverhältnisse
- neue Mikroorganismen
- Aufbau neuer Feinwurzeln
- Versorgung von Stamm, Ästen und Blättern
In dieser Phase reagieren viele Jungbäume besonders empfindlich auf Wassermangel und ungünstige Bodenbedingungen. Die Entwicklung eines starken Wurzelsystems ist deshalb entscheidend für das spätere Wachstum.
Was ist Mykorrhiza?
Mykorrhiza beschreibt die natürliche Symbiose zwischen Pflanzenwurzeln und bestimmten Bodenpilzen. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Pilzwurzel“.
Dabei verbinden sich feine Pilzfäden mit den Wurzeln des Baumes und bilden ein gemeinsames Versorgungssystem. Der Baum versorgt den Pilz mit Zucker, den er durch Photosynthese produziert. Im Gegenzug unterstützt der Pilz den Baum bei der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Diese Zusammenarbeit existiert seit vielen Millionen Jahren und kommt bei den meisten Baumarten vor.
Wie kann Mykorrhiza einen Jungbaum unterstützen?
Die feinen Pilzfäden der Mykorrhiza sind deutlich dünner als Baumwurzeln und können selbst kleinste Bodenporen erreichen. Dadurch vergrößert sich das effektive Aufnahmegebiet der Wurzeln erheblich. Mykorrhiza kann dabei helfen:
- Wasser besser zu erschließen
- Phosphor verfügbar zu machen
- Spurenelemente aufzunehmen
- Feinwurzeln zu unterstützen
- die Widerstandskraft gegen Trockenstress zu erhöhen
Nicht jeder Boden bietet optimale Bedingungen
Obwohl Mykorrhiza in natürlichen Böden weit verbreitet ist, sind die Bedingungen nicht überall ideal. Folgende Faktoren können das Pilznetzwerk beeinträchtigen:
-
Bodenverdichtung
- lange Trockenperioden
- starke Bodenstörungen
- Humusmangel
- intensive Bodenbearbeitung
Besonders in stark gestörten, verdichteten oder humusarmen Böden können Vielfalt und Aktivität des Bodenlebens eingeschränkt sein.
Mykorrhiza allein reicht nicht aus
Wichtig ist hier auch hervorzuheben, dass Mykorrhiza nicht isoliert funktioniert. Die Pilze sind Teil eines komplexen Bodenökosystems. Damit sich die Symbiose dauerhaft entwickeln kann, benötigt der Boden:
- ausreichend Feuchtigkeit
- organische Substanz
- Mikroorganismen
- Sauerstoff
- Humus
Deshalb profitieren Jungbäume besonders von einer ganzheitlichen Bodenpflege.
Wurmkompost und Mykorrhiza in Kombination
Gut ausgereifter Wurmkompost bringt organische Substanz und Nährstoffe in den Boden ein und kann die Bodenstruktur sowie die biologische Aktivität unterstützen. Damit kann er günstige Bedingungen für die Entwicklung von Wurzeln und Bodenorganismen schaffen.
Braucht jeder neu gepflanzte Baum Mykorrhiza?
Nicht jeder neu gepflanzte Baum benötigt zusätzlich ein Mykorrhiza-Präparat. Mykorrhizapilze kommen natürlicherweise in vielen Böden vor und können dort bereits mit den Wurzeln geeigneter Pflanzen zusammenleben. Unter günstigen Bedingungen kann sich deshalb auch ohne zusätzliche Präparate eine natürliche Symbiose zwischen Baum und Bodenpilzen entwickeln.
Ob der Einsatz eines Mykorrhiza-Präparats sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Baumart, die vorhandenen Bodenbedingungen, der Standort und die im Präparat enthaltenen Pilzarten. Nicht jeder Mykorrhizapilz ist für jede Baumart gleichermaßen geeignet. Besonders bei stark gestörten, verdichteten oder biologisch wenig aktiven Böden können die Voraussetzungen für eine natürliche Besiedlung ungünstiger sein.
Mykorrhiza sollte deshalb nicht als Wundermittel verstanden werden. Ein Präparat kann geeignete Standortbedingungen nicht ersetzen. Für das erfolgreiche Anwachsen eines Jungbaumes bleiben eine fachgerechte Pflanzung, ausreichend durchwurzelbarer Boden, Sauerstoff und eine bedarfsgerechte Wasserversorgung entscheidend.
Wer Mykorrhiza einsetzen möchte, sollte daher nicht nur auf das Präparat selbst schauen, sondern den gesamten Standort berücksichtigen. Gesunder Boden, ausreichende Feuchtigkeit und eine gute Pflege schaffen die Grundlage dafür, dass sich Wurzeln und Bodenorganismen langfristig entwickeln können.
Die richtige Bewässerung nach der Pflanzung
Auch die beste Mykorrhiza kann nur dann aktiv werden, wenn ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Nach der Pflanzung sollten Jungbäume regelmäßig und durchdringend gewässert werden. Besonders in den ersten drei bis fünf Jahren sind sie auf zusätzliche Unterstützung angewiesen. Wichtig ist dabei:
- lieber selten und durchdringend gießen
- Staunässe vermeiden
- den Boden nicht vollständig austrocknen lassen
Eine langsame Wasserabgabe über Tröpfchenbewässerung oder Bewässerungssäcke kann dabei helfen, die Feuchtigkeit gleichmäßiger im Wurzelbereich zu halten.
Mulch schützt Boden und Bodenleben
Eine Mulchschicht ergänzt die Wirkung von Mykorrhiza und Bewässerung. Mulch kann:
- die Verdunstung reduzieren
- Temperaturschwankungen ausgleichen
- Humus aufbauen
- das Bodenleben fördern
Geeignet sind beispielsweise:
- Laub
- Holzhäcksel
- Rasenschnitt
- Rindenmulch
Zwischen Mulch und Stamm sollte immer etwas Abstand bleiben.
Häufige Fehler bei der Pflege von Jungbäumen
Zu wenig Wasser
Viele Jungbäume werden nach der Pflanzung zu selten gegossen. Besonders in trockenen Sommern kann dies schnell zu Trockenstress führen.
Verdichteter Boden
Wenn Wasser nicht versickern kann oder die Wurzeln keinen Sauerstoff erhalten, wird das Anwachsen erschwert.
Zu viel Dünger
Starke mineralische Düngergaben sind bei Jungbäumen meist nicht notwendig. Sie können das natürliche Gleichgewicht im Boden stören.
Fehlender Bodenschutz
Ungeschützte Böden trocknen schneller aus und erwärmen sich stärker.
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Michael K.