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29.06.2026
Bäume in Städten sind super wertvoll: Sie reinigen die Luft von Schadstoffen, bilden Lebensräume für Tiere und Pflanzen, erhöhen die Lebensqualität und spenden Schatten. Dementsprechend gibt es viele gute Gründe mehr Bäume in unseren Städten und Dörfern anzupflanzen. Das Problem dabei: Besonders in Städten gibt es kaum freien Raum dafür.
Aus diesem Grund finden wir Tiny Forests so interessant: Ein Tiny Forest ist ein dicht bepflanzter Wald, der auf kleinen Flächen - oft kaum grösser als ein Tennisplatz - angepflanzt wird. Dadurch kann ein Wald beispielsweise auch auf größeren Verkehrsinseln, Brachflächen oder in Parks gepflanzt werden. Ziemlich cool, oder?
Was ist ein Tiny Forest?
Ein Tiny Forest - auch Miniwald oder Miyawaki-Wald - genannt – ist ein dicht bepflanzter Wald auf einer kleinen Fläche. Meist umfasst er zwischen 100 und 400 Quadratmetern und besteht aus standortgerechten, möglichst heimischen Baum- und Straucharten.
Durch die hohe Pflanzdichte entsteht schon nach wenigen Jahren ein geschlossenes Waldökosystem. Während klassische Aufforstungen oft viele Jahrzehnte benötigen, entwickelt sich ein Tiny Forest vergleichsweise schnell zu einem vielfältigen Lebensraum. Geeignete Standorte sind unter anderem:
- größere Verkehrsinseln
- Brachflächen
- Parks
- Schulhöfe
- Firmengelände
- Wohnquartiere
- größere Privatgärten
Die Miyawaki-Methode
Die Idee geht auf den japanischen Botaniker Akira Miyawaki zurück. Er entwickelte in den 1970er Jahren eine Methode, mit der sich natürliche Wälder auf kleinen Flächen besonders schnell entwickeln können. Das Prinzip ist einfach:
- Verwendung ausschließlich standortgerechter Arten
- hohe Artenvielfalt
- sehr dichte Pflanzung
- sorgfältige Bodenvorbereitung
- Verzicht auf chemische Dünger und Pestizide
Zu Beginn werden meist etwa drei junge Gehölze pro Quadratmeter gepflanzt. Dadurch entsteht Konkurrenz um Licht und Platz. Die Pflanzen wachsen schneller in die Höhe und bilden gemeinsam ein dichtes Kronendach. Nach einigen Jahren beginnt der Wald, sich weitgehend selbst zu regulieren. Schwächere Pflanzen sterben ab, während sich kräftige Bäume durchsetzen - ähnlich wie in einem natürlichen Wald.
In einem Tiny Forest leistet jede Baum- und Strauchart ihren Beitrag für das Ökosystem: Einige Arten sorgen durch ihr nährstoffreiches Laub für die schnelle Humusbildung, andere binden Feuchtigkeit, und wiederum andere schützen die Bäume vor Schädlingen. Schon kurz nach der Pflanzung bietet der Wald zahlreichen Tieren einen Lebensraum.
Warum sind Tiny Forests so interessant?
Miniwälder vereinen viele ökologische Funktionen auf kleiner Fläche. Zu ihren wichtigsten Vorteilen gehören:
- Verbesserung des Stadtklimas
- Kühlung durch Verdunstung und Beschattung
- Speicherung von Regenwasser (siehe dafür den Artikel zur Schwammstadt)
- Förderung der Artenvielfalt
- Bindung von Kohlenstoff
- Filterung von Feinstaub
- Verringerung von Lärm
- attraktive Aufenthaltsorte für Menschen
Ein Wald als Gemeinschaftsprojekt
Viele Tiny Forests entstehen in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort: Schulklassen, Kindergärten, Nachbarschaften, Vereine oder Unternehmen pflanzen die Bäume gemeinsam und übernehmen häufig auch die Pflege während der ersten Jahre. Kinder erleben dadurch, wie ein Wald wächst, und entwickeln früh eine Beziehung zur Natur.
Tiny Forests in Europa
In den vergangenen Jahren hat sich die Idee weltweit verbreitet. Besonders die Niederlande gelten als Vorreiter und haben bereits mehrere hundert Tiny Forests angelegt. Auch in Deutschland entstehen zunehmend Miniwälder, häufig auf Initiative von Kommunen, Umweltverbänden, Schulen oder engagierten Bürgerinnen und Bürgern. In Deutschland engagiert sich inbesondere MIYA forest e.V. für Tiny Forests und unterstützt beim Aufbau von neuen Mini-Wäldern.
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